Warum ist Übersäuerung schädlich?

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Im menschlichen Blut weist der gesunde Organismus in der Regel einen pH-Wert von 7,4 auf.
Dieser Wert bedeutet „schwach basisch“, denn ein pH-Wert von 7 gilt als Neutralpunkt, bei dem Säuren und Basen im Gleichgewicht stehen.

Grob gesagt führen 2 Ursachen zu einer Übersäuerung: vermehrte Zufuhr von Säuren bzw. säure-bildenden Nahrungsmitteln und verminderte Ausscheidung. Bevor eine ungesunde Lebensweise zu dem wird, was allgemein als „Übersäuerung“ bekannt ist, findet zunächst eine schleichende Verminderung der Basenreserven statt, was man als verminderte Pufferkapazität bzw. „latente Azidose“ bezeichnet.
Die latente Azidose ist Ausgangsform aller anderen Formen. Es besteht eine Minderung der Pufferbasen im Körper außerhalb der Zellen ohne eine merkliche Änderung des pH-Wertes im Blut.

Wenn die Säure-Zufuhr über einen längeren Zeitraum anhält und sich die natürliche Pufferkapazität nach und nach erschöpft, muss der Körper trotzdem sein ideales pH-Milieu aufrecht erhalten (Säure-Basen-Gleichgewicht) und somit auf andere Ressourcen ausweichen. Jeder, der schonmal Kalkflecken an seinen Bad-Armaturen beseitigt hat, weiß, dass der Kalk (Kalziumkarbonat) durch Säure (z.B. in Form von Essig) gelöst wird.
So verwundert es also nicht, dass der Körper auf die Mineralstoffe aus dem Skelett als Puffersubstanzen zurück greift und bei Übersäuerung eine Osteoporose (übermäßig rascher Abbau der Knochensubstanz) begünstigt wird. Verschiedene Studien haben inzwischen belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Knochendichte gibt. (Weitere Infos bei Wikipedia)
Die Osteoporose ist daher also nicht nur mit einer mangelhaften Zufuhr an Kalzium zu erklären, sondern auch im Zusammenhang mit einer Übersäuerung zu sehen. D.h. ein gesunder Organismus hat keine Probleme, die für alle physiologischen Vorgänge notwendigen Mengen an Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen. Dazu muss man auch sicher nicht Unmengen an Milch und Milchprodukten zu sich nehmen. Hat sich jedoch eine Übersäuerung manifestiert, sind die komplexen Abläufe bereits so gestört, dass auch der Rat, viel Milch zu trinken, nichts bringt, um eine Osteoporose zu verhindern.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist das Vermögen des Organismus, die für ihn schädlichen Stoffwechselabfallprodukte über die Niere auszuscheiden. Ist der Körper dazu nicht mehr in der Lage, werden diese Stoffe im kollagenen Bindegewebe abgelagert, das große Pufferkapazitäten aufweist. Das Bindegewebe büßt dadurch seine Elastizität und auf Dauer seine Funktion ein. Eine wahrscheinliche Folge davon kann u.a. Weichteilrheuma bzw. Fibromyalgie sein.

Läßt sich eine Übersäuerung auf einfache Weise feststellen?

Dies sollte natürlich durch einen Arzt geklärt werden, der durch eine Blutentnahme eine umfassende Diagnostik veranlassen kann. Oft wird empfohlen, den pH-Wert im Urin mittels Teststreifen aus der Apotheke zu bestimmen. Dies kann zwar eine erste Orientierung bieten, ist aber noch nicht sehr aussagekräftig.
Dazu muss man wissen, dass der pH-Wert im Urin im Tagesverlauf schwankt und der Morgen-Urin in der Regel sauer ist. Ein saurer Urin bedeutet ja zunächst nichts anderes, als das der Körper in der Lage war, überschüssige Säuren auszuscheiden.

Um nun die Gefahr einer Übersäuerung einschätzen zu können, empfiehlt es sich, 2-3 Wochen lang mehrmals täglich den pH-Wert im Urin mittels Teststreifen zu messen. Wenn dabei immer mal wieder – vor allem am späten Vormittag – Werte größer als pH 7 (basisch) gemessen werden, spricht das dafür, dass der Körper noch über ausreichend Pufferkapazitäten verfügt. Dies muss aber im Umkehrschluss nicht heißen, dass eine gesunde Lebensweise vorliegt. Wie schon dargelegt, ist der Körper sehr wohl in der Lage, durch seine Pufferkapazität ein gewisses Maß an Säureüberschuss zu tolerieren.
Sollte der pH-Wert des Urins jedoch dauerhaft, also auch über den Tag verteilt, stets sauer oder gar stark sauer (pH 5-6) sein, ist das kein gutes Zeichen und ein deutlicher Hinweis auf eine Übersäuerung. Kommen noch körperliche Beschwerden wie Müdigkeit, Verlust an Vitalität, häufige Kopfschmerzen, rheumatische Beschwerden hinzu, sollte auf jeden Fall der Säure-Basen-Haushalt der Körpers untersucht werden.

Kurzfristig können Betroffene mit einschlägigen Basen-Präparaten entgegen wirken – langfristig muss die Ernährungs- und Lebensweise auf den Prüfstand.

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